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Vorteile einer Trauredner-Ausbildung
13. Mai 2024

Freier Trauredner und freier Abschiedsredner – Die Gemeinsamkeiten und Gegensätze der beiden Berufsbilder

Glück und Trauer liegen oft nah beieinander!
Insbesondere bei freien Rednern, die sowohl Hochzeiten als auch Trauerfeiern begleiten können. 

Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt, was genau der Unterschied zwischen einem freien Trauredner und einem freien Abschiedsredner ist, denn schließlich gestaltet ein freier Redner in beiden Fällen eine ganz persönliche Zeremonie, welche die Menschen und dessen Geschichten in den Vordergrund stellt.

Vielleicht bist du neugierig auf die Unterschiede, die Parallelen und auf das, was diese beiden besonderen Berufsbilder ausmachen. Vielleicht überlegst Du aber auch, ob eine Ausbildung in einem dieser Bereiche oder in beiden das Richtige für Dich ist. 

Sowohl der freie Trauredner als auch der freie Abschiedsredner spielen in den emotionalsten Momenten unseres Lebens eine entscheidende Rolle. Doch was macht eigentlich jeder von ihnen? In diesem Blogbeitrag erklären wir die Unterschiede und Besonderheiten beider Berufsbilder und zeigen die Reise zwischen Freude und Abschied, zwischen Lachen und Tränen. 

Der freie Trauredner: Der Erzähler einer Liebesgeschichte

Stell Dir vor, Du sitzt inmitten von geliebten Menschen und hörst die Geschichte eines Paares, die zueinander gefunden haben und aus voller Überzeugung „JA“ zueinander sagen. 

Das ist die Bühne eines freien Trauredners, der die Trauzeremonie am Hochzeitstag mit Worten begleitet. Der die ganz persönliche und wunderschöne Liebensgeschichte eines Brautpaares erzählt, sie durch verschiedene Traurituale untermalt, der die „Ja-Frage“ stellt, zum Ringtausch auffordert und durch die Trauzeremonie führt. Im Gegensatz zu kirchlichen oder standesamtlichen Trauungen geht es bei der freien Trauung um die Geschichte des Paares und um viele wunderschöne Erinnerungen, die auch von Angehörigen und Freunden kommen können.

Vom ersten schüchternen Lächeln beim Kennenlernen, bis zu den tiefsten gemeinsamen Herausforderungen und besonderen Momenten, die beide erlebt haben, webt der freie Trauredner die einzelnen Fäden der Liebesgeschichte des Paares zu einer einzigartigen Traurede zusammen. Dabei kann er humorvolle Anekdoten und Zitate, berührende Momente, die liebsten Menschen des Brautpaares und alles dazwischen in die Trauzeremonie einbringen. 

Um eine derartige Rede und Zeremonie gestalten zu können, führt der Trauredner im Vorfeld das sogenannte Traugespräch mit dem Brautpaar. In diesem Gespräch erzählt das Brautpaar dem Trauredner die gemeinsame Geschichte. Es werden Traurituale kreiert, Lieder bestimmt und ein grober Aufbau entwickelt. Das Traugespräch ist die Grundlage für den Trauredner, um eine persönliche und auf den Wünschen des Brautpaares basierende Trauzeremonie zu gestalten.

Der Abschiedsredner: Der Erzähler einer Lebensgeshcichte

Nun wechselt die Szenerie: Stell Dir vor, Du sitzt inmitten von trauernden Menschen und hörst die Lebensgeschichte eines Verstorbenen und all das was er erreicht hat und was für ihn wichtig war.

Während der freie Trauredner den Beginn eines gemeinsamen Lebensweges feiert, begleitet der Abschiedsredner das Ende eines Lebensweges. 

Er erzählt über das Leben des Verstorbenen und findet trostspendende Worte für die Angehörigen. Die Arbeit eines Abschiedsredners ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die viel Feingefühl, Empathie und Professionalität erfordert.

Die Hauptaufgabe eines Abschiedsredners besteht darin, das Leben des Verstorbenen zu würdigen und den Hinterbliebenen Trost und Unterstützung zu spenden. Er hilft, die Erinnerung an den geliebten Menschen noch einmal lebendig werden zu lassen, um sie aufrecht zu erhalten und so den Schmerz des Verlustes erträglicher zu machen. Worte können den Schmerz zwar nicht nehmen, aber sie können den Verlust in einen Kontext setzen, der ein wenig Trost spendet und einen positiven Blick auf die Zukunft richtet. 

Inhaltlich ist die Abschiedsrede gar nicht so weit von der Hochzeitsrede entfernt, denn in erster Linie geht es um den Verstorbenen und seinen Lebensweg. 

Ein freier Abschiedsredner erinnert an die gemeinsam erlebten schönen Momente, denn die Erinnerung ist das, was von einem Menschen bleibt. Die Erinnerung an einen geliebten Menschen lässt ihn in unseren Herzen weiterleben und bietet den Hinterbliebenen eine Orientierung, wenn sie sich in ihrer Trauer verloren fühlen.

Was das Traugespräch mit dem Brautpaar bei einer freien Hochzeit ist, ist das Trauergespräch mit den Hinterbliebenen bei einer freien Beerdigung.

Dafür nimmt ein Abschiedsredner sich genau die gleiche Zeit um über den Verstorbenen zu sprechen. Er hört zu, sammelt Geschichten, Anekdoten und Erinnerungen und kreiert daraus eine Rede, die das Leben des Verstorbenen reflektiert und seine Einzigartigkeit hervorhebt.

Das Trauergespräch ist elementar wichtig. Nicht nur für den Abschiedsredner selbst, der die Informationen als Grundlage für das Schreiben der Trauerrede nutzt. Das Gespräch ist ebenso wichtig für die Hinterbliebenen, denn es ist ein erster Schritt zur Trauerbewältigung. Sich noch einmal an den Verstorbenen zu erinnern und vielleicht auch Dinge auszusprechen, die man ihm nicht mehr sagen konnte, sind Momente, die bei der Trauerbewältigung und der Aufgabe des „Loslassens“ helfen.

Wie auch bei der freien Trauzeremonie werden bei einer freien Beerdigung oftmals Lieder, Gedichte oder Zitate in die Abschiedszeremonie integriert, die eine besondere Bedeutung für den Verstorbenen oder seine Familie hatten.

Trauredner und Abschiedsredner – Zwei Seiten der selben Medaille

Obwohl freie Trauredner und freie Abschiedsredner an unterschiedlichen Punkten im Leben zum Einsatz kommen, haben sie eine ganz wichtige Gemeinsamkeit: Sie begleiten Menschen in sehr emotional- prägenden Momenten ihres Lebens. Während der eine das Glück und die Liebe feiert, bietet der andere Trost und Hoffnung im Moment der Trauer.

Beide Berufe erfordern Einfühlungsvermögen, Professionalität und die Fähigkeit, zuzuhören und das Gehörte in berührende Worte zu fassen.

Die Gemeinsamkeiten in der Arbeitsweise und dem Aufbau:

  • Egal ob Trau- oder Abschiedsrede: Es gibt ein zeitintensives Vorgespräch, um ausreichend persönliche Informationen für das spätere Schreiben der Rede zu erhalten. Dieses Gespräch ist in beiden Fällen die Grundlage um die Zeremonie zu gestalten.
  • In beiden Reden geht es um Lebenswege: Um den Lebensweg eines Brautpaares, der in diesem Moment beginnt oder um den Lebensweg eines Verstorbenen, der in diesem Moment endet
  • Beide Reden basieren überwiegend auf einem Rückblick, also der vergangenen Geschichte
  • Beide Reden können auch in die Zukunft blicken: Die gemeinsame Zukunft eines Brautpaares oder die Zukunft der Hinterbliebenen, in der die Erinnerung an einen Menschen eine wichtige Rolle spielt
  • Beide Zeremonien können musikalisch und mit Ritualen untermalt werden
  • Inhaltlich geht es in beiden Reden um die Persönlichkeit von Menschen, zusätzlich können Zitate und Geschichten mit eingearbeitet werden

Natürlich gibt es aber auch Unterschiede:

  • Eine Hochzeit ist ein wunderschöner und glücklicher Anlass, an dem nicht nur das Brautpaar sondern auch die Gäste positiv gestimmt sind. Eine Beerdigung hingegeben ist ein trauriger Anlass, weshalb die Grundstimmung während der Zeremonie eine ganz andere ist.
  • Ein Brautpaar hat oft wochenlang Zeit zu überlegen, welche Momente und Meilensteine prägend in der Beziehung waren und was in der Rede hervorgehoben werden soll. Sie erzählen ihre Geschichte selbst und können so auch alle Fragen beantworten und im Detail erläutern. Bei einem Trauergespräch spricht man mit den Hinterbliebenen über den Verstorbenen. Die Erinnerungen kommen also nicht von dem Menschen selbst, sondern von einer Dritten Person und sind daher oft ungenau. Außerdem haben Hinterbliebene weniger Zeit sich auf das Gespräch vorzubereiten und sich Gedanken zu dem Ablauf und der Gestaltung der Zeremonie zu machen. 
  • Der Tod kommt oft plötzlich, daher ist die Vorbereitungszeit kürzer und auch für das Schreiben der Rede steht weniger Zeit zur Verfügung
  • Auch wenn die Fragestellungen in beiden Gesprächen ähnlich sind, es geht um einen oder um zwei Menschen und den gelebten Weg, muss der Abschiedsredner die Fragen mit bedacht stellen, sehr sensible und empathisch sein und den Angehörigen noch mehr Zeit und Raum geben, um sich zu erinnern zu können
  • Auf Hochzeiten und Beerdigung wird gelacht und geweint. Jedoch sind es bei Beerdigung Tränen der Trauer und bei Hochzeiten Tränen des Glücks
  • Während es bei einer Hochzeit nicht ungewöhnlich ist, dass man über 1.5-2 Jahre mit dem Brautpaar im Vorfeld in Kontakt steht, ist ein Sterbefall meist innerhalb von 2-3 Wochen abgewickelt. Insgesamt steht daher für bei Beerdigungen für jeden Arbeitsschritt weniger Zeit zur Verfügung bzw. man muss schneller und spontaner reagieren können.

Fazit:

Es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten bei freien Trauredner und freien Abschiedsredner aber auch einige elementar Wichtige Unterschiede. Beide Aufgaben sind unheimlich wichtig und bieten dir die Möglichkeit, Menschen mit Worten zu berühren.

Du kannst dir vorstellen Menschen auf ihrer Lebensreise zu begleiten und in wunderschönen oder auch traurigen Momenten die passenden Worte zu finden?

Alle Informationen und Lehrinhalte rund um die online Ausbildung bei der bergischen Trauschmiede findest du hier: 

Abschiedsredner Online Ausbildung

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